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Die `!Inquit-Formel`! (von `F33f`_`[lateinisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Latein]`_`f inquit, „er sagt“ bzw. „er sagte“) ist eine formelhafte Redeeinleitung. Wenn ein `F33f`_`[Erzähler`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Erzähler]`_`f die Rede von Figuren berichtet, markiert er diese in vielen Fällen mit einer Inquit-Formel.
Inquit-Formeln bestehen im Allgemeinen aus einem `F33f`_`[Nomen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Nomen]`_`f oder `F33f`_`[Pronomen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Pronomen]`_`f, das den Sprecher angibt („mein Vater“, „er“), und einem `F33f`_`[Verb`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verb]`_`f des Sagens `*(verbum dicendi)`*. Meist stehen sie in der dritten Person Einzahl, es gibt jedoch, etwa in der `F33f`_`[Ich-Erzählung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Erzählsituation]`_`f, auch andere Formen. Die Verben können variieren (beispielsweise „er sagte“, „gab er zurück“, „versetzte er“) oder formelhaft wiederholt werden. Auch die Stellung unterliegt Variationsmöglichkeiten: sie können am Anfang oder am Ende der wiedergegebenen Figurenrede stehen, aber auch in der Mitte – in diesem Fall unterbrechen sie die Figurenrede.
Bei der `F33f`_`[direkten Rede`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Direkte_Rede]`_`f ist die Inquit-Formel üblich, aber nicht obligatorisch; dasselbe gilt für die `F33f`_`[Anführungszeichen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Anführungszeichen]`_`f, die den Text der Figurenrede einschließen. Auch in der `F33f`_`[indirekten Rede`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indirekte_Rede]`_`f ist eine Inquit-Formel üblich, kann aber wegfallen, wenn die Figurenrede im `F33f`_`[Konjunktiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Konjunktiv]`_`f steht; Anführungszeichen werden hier nicht benutzt. In der `F33f`_`[erlebten Rede`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Erlebte_Rede]`_`f und im `F33f`_`[inneren Monolog`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Innerer_Monolog]`_`f wird auf die Redeeinleitung durchweg verzichtet.
>>Contents
• `F0af`_`[Inquit-Formeln als Stilmittel`#inquit-formeln-als-stilmittel]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f
• `F0af`_`[Einzelnachweise`#einzelnachweise]`_`f
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>>Inquit-Formeln als Stilmittel
Zahlreiche Beispiele starr wiederholter Inquit-Formeln finden sich in `F33f`_`[Peter Weiss`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Peter_Weiss]`_`f’ Roman `*`F33f`_`[Die Ästhetik des Widerstands`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Die_Ästhetik_des_Widerstands]`_`f`*. Ein Beispiel: „Wir werden einmal, sagte mein Vater, entdecken, daß es seit jeher eine Kunst im Untergrund gegeben hat, die das Leben der arbeitenden Menschen schilderte.“`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f] Hier wird die direkte Rede des Vaters durch die mittig stehende Inquit-Formel `*sagte mein Vater`* unterbrochen. Die üblichen Anführungszeichen zur Markierung der Figurenrede lässt Weiss weg.
Ebenso in den Romanen von `F33f`_`[W. G. Sebald`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=W._G._Sebald]`_`f finden sich wiederholte Inquit-Formeln, etwa im `*`F33f`_`[Austerlitz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Austerlitz_(Roman)]`_`f,`* wobei die gerade sprechende Figur wiederum einen Gesprächspartner zitiert und eine Doppelung der Formel entsteht, z. B.: „… sagte mir (…), sagte Austerlitz“. Ebenso wie bei Weiss wird auf Anführungszeichen verzichtet.
`F33f`_`[Thomas Bernhards`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Thomas_Bernhard]`_`f letzter Roman `*`F33f`_`[Auslöschung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Auslöschung_(Thomas_Bernhard)]`_`f`* besteht aus einem über 600 Seiten umfassenden `F33f`_`[inneren Monolog`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Innerer_Monolog]`_`f. Dieser enthält wiederum eine große Zahl an Zitaten in direkter und indirekter Rede, die mit Inquit-Formeln markiert sind, etwa: „sagte ich zu Gambetti“. Sie stellen das wichtigste Stilmittel zur Gliederung des Texts dar.`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f]
>>Literatur
• Peter Stocker: `*Figurenrede.`* In: Klaus Weimar, Harald Fricke, `F33f`_`[Klaus Grubmüller`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Klaus_Grubmüller]`_`f, `F33f`_`[Jan-Dirk Müller`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Jan-Dirk_Müller]`_`f (Hrsg.): `*`F33f`_`[Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Reallexikon_der_deutschen_Literaturwissenschaft]`_`f.`* Band I. De Gruyter, Berlin und New York 1997, S. 593–594.
• `F33f`_`[Gero von Wilpert`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gero_von_Wilpert]`_`f: `*`F33f`_`[Sachwörterbuch der Literatur`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sachwörterbuch_der_Literatur]`_`f.`* Sonderausgabe der 8. Auflage von 2001, Kröner, Stuttgart 2013, S. 375.
>>Einzelnachweise
`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f Peter Weiss: `*Die Ästhetik des Widerstands.`* Band I. Henschel, Berlin 1983, S. 350.
`:cite-note-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-2]`_`f Georg Jansen: `*Prinzip und Prozess Auslöschung. Intertextuelle Destruktion und Konstitution des Romans bei Thomas Bernhard.`* Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 50 f.
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